RSP - Erster Saugbagger mit Gasantrieb

Emissionsfrei unterm Eiffelturm

RSP übergibt ersten Saugbagger mit Gasantrieb an französischen Kunden 

Gemeinsam mit dem langjährigen Kunden Noblet Paris Ouest hat  RSP den ersten, ausschließlich mit Gas betriebenen Saugbagger in der Unternehmensgeschichte auf die Straße gebracht. „Wir sind sehr froh und auch ein Stück stolz auf unsere neueste Entwicklung. Viele Kolleginnen und Kollegen haben sich in das Projekt eingebracht und zu einem erfolgreichen Abschluss beigetragen. Wir bauen damit unser Know-How und auch unsere Position am Markt weiter aus – und das in einer so schwierigen und herausfordernden Zeit. Das freut mich besonders“, sagt RSP-Geschäftsführer Jens Graber.

Und selbst in der französischen Hauptstadt Paris, die auf Ihren Boulevards schon allerhand gesehen hat, dürfte dem blauen RSP-Saugbagger vom Typ ESE 6 RD 6000 bei seinen Einsätzen die Aufmerksamkeit sicher sein. Nur selten war dort wohl ein so großes und gleichzeitig so geräuscharmes Fahrzeug unterwegs. Mit dem 22 Tonnen schweren Dreiachser gelingt RSP zudem der nächste Schritt bei der Entwicklung von umweltverträglicheren Saugbagger-Antrieben, die sich den aktuellen Herausforderungen unserer Zeit in den Bereichen Nachhaltigkeit, Emissionsreduzierung und dem schonenden Ressourceneinsatz stellen.

Der abschließenden Kunden-Übergabe dieser Tage war aber auch ein dementsprechender Mehraufwand in der Produktion vorausgegangen: Am RSP-Stammwerk Saalfeld mussten zunächst die betreffenden Mitarbeiter für die Arbeit an Gasfahrzeugen intensiv geschult werden – noch bevor an der ersten Schraube an der Zugmaschine gedreht werden durfte.

Während der eigentlichen Fahrzeugmontage musste dann die ständige Durchlüftung gewährleistet und der Gasgehalt um das Fahrzeug mehrmals täglich gemessen werden, um das Entstehen gefährlicher Gas-Luft-Gemische zu vermeiden. Schließlich folgte nach der Fertigstellung eine zweimonatige Testphase im Werk, in der der Betrieb des Gassaugers ausgiebig geprüft wurde, um auch für den Kunden nach der Übergabe größtmögliche Sicherheit zu garantieren.

Tatsächlich war RSP allerdings schon länger bereit für die Premiere eines ausschließlich gastgetriebenen Saugers, doch konnten die Chassis-Hersteller bei der Entwicklung von Gasantrieben bisher nicht die Leistungsfähigkeit von modernen Dieselmotoren garantieren: „Das Thema liegt schon seit einiger Zeit auf dem Tisch und 2017 gab es die ersten RSP-Saugbagger mit alternativem Antrieb. Damals allerdings wurde der Gasantrieb noch nach der Übergabe nachgerüstet. Aus Leistungsgründen musste es ein Hybrid aus gasbetriebenem und konventionellem Antrieb sein“, erinnert sich RSP-Geschäftsführer Patrick Renger.

Dies hat sich spätestens jetzt mit der Neuentwicklung der OC13 101-Zugmaschine des schwedischen Herstellers Scania geändert. 410 PS und 2.000 Nm Drehmoment treiben nun neben dem Motor auch per Nebenabtrieb den Doppelventilator des RSP-Aufbaues an und ermöglichen die gewohnte Leistungsentfaltung des Saugaufbaus. So können auch beim Saugen mit Gasantrieb Erd- oder Gesteinsbrocken mit einem Gewicht von bis zu 120 kg in die sechs Kubikmeter große Mulde aufgenommen werden. Und das sechs Stunden am Stück mit einer einzigen Tankfüllung. Dies geschieht zudem dank den insgesamt 160 kg komprimiertem Erdgas (CNG) an Bord mit einer maximal möglichen Co2-Ersparnis und trägt damit zu einer geringeren Feinstaubbelastung in den Einsatzgebieten und für deren Anwohner bei.

 

Bild: Von außen verraten nur die Gasttanks zwischen den Achsen, dass dieser RSP-Saugbagger von Typ ESE6 anders ist, als alle seine Vorgänger. Durch den Gasantrieb des Scania-Chassis kann der Saugaufbau wesentlich umweltverträglicher aber genauso kraftvoll betrieben werden. | Foto: RSP